Keywordstrends erkennen und nutzen

Saisonale Trends sind das Salz in der Affiliate-Marketing-Suppe. Wer frühzeitig kommuniziert und entsprechende Hebel hat, kann die Potentiale seines Partnerprogramms besser ausschöpfen. Um Trends anhand des relevanten Suchvolumens bestimmter Keywords vorauszusagen, braucht es keine Glaskugel. Mit einem Beispiel will ich zeigen, dass die Planung anhand der Vorjahresentwicklung nicht immer zweckmäßig sein muss. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass die sinnvolle Kampagnensteuerung in meinem Tagesgeschäft viel zu kurz kommt. Dabei gibt es eine ganze Reihe von Datenquellen, die wichtige Hinweise liefern würden. Auf drei davon, will ich kurz eingehen – auch als Reminder für mich selbst, um künftig der sportlichen Publisher-Gemeinde den einen oder anderen Hinweis geben zu können. Natürlich sollte man als Affiliate Manager mit den zur Verfügung stehenden internen Ressourcen (primär Kreation, Budget, Kommunikation) auch kurzfristig reagieren können. Vor ein paar Tagen entstand aufgrund dieser Daten übrigens das Bannerset für Parkas und Übergangsjacken im SportScheck Partnerprogramm.

1. Interne Suche

Die für mich relevantesten Daten liefert wöchentlich die Suchfunktion im eigenen Webshop. Neben absoluten Zahlen zum Suchvolumen verknüpfe ich die Daten gerne mit den resultierenden Bestellungen zur Conversionrate des Suchbegriffs – Stichwort Relevanz des Keywords für den Umsatz. Seit ein paar Wochen ist z.B. das Keyword „parka“ bei den Top-Suchbegriffen. Für die aktuelle Saison ist das eher ungewöhnlich… zumindest wenn man, wie in Punkt 2, Google Trends befragt.

2. Google Trends

Laut Daten Deutschlands beliebtester Suchmaschine erreichte das Suchvolumen nach „parka“ in den Jahren 2011 und 2012 immer erst Ende Oktober eine Spitze im Suchvolumen. Für 2013 liefert die Abfrage sowohl für das Suchvolumen als auch den optimalen Zeitraum differenzierte Werte.

Google Trends für Parka

Google Trends: Interesse im zeitlichen Verlauf für das Keyword „parka“, Zeitraum Juli 2011 bis Oktober 2013

Bereits jetzt, zwischen 15. & 21.09.2013 steigt das Suchvolumen für „parka“ auf einen höheren Wert, als in den Vorjahren während der Peaks Ende Oktober. Ein Blick aus dem Fenster und etwas gesunder Menschenverstand helfen bei der Suche nach der Ursache. Sollte „parka“ laut Conversionrate aus der internen Suche sowie dem zeitlichen Interesse aus Google Trends relevant sein, muss es dennoch ein entsprechend hohes absolutes Suchvolumen aufweisen, um für ein Affiliate-Projekt monetarisierbar zu sein. Damit geht der Blick in den Keyword-Planer im Google Adwords Account.

Absolutes Suchvolumen Parka

Google Adwords Keyword-Planer: durchschnittliches absolutes Suchvolumen nach „parka“ der vergangenen 12 Monate

Mit Ø 18.100 Suchanfragen ist das Keyword „parka“ absolut spannend, ganz besonders in den Monaten Oktober und November. Das hat natürlich die Konkurrenz auch längst mitbekommen hat. Entsprechend stuft Google den Adwords-Wettbewerb auf  dem Keyword als „Hoch“ ein. Die „Keyword-Ideen“ liefern einige sinnvolle Alternativen. Vor allem die Kombination mit bekannten Fashion-Marken wie z.B. „zara parka“ (Ø 1.300 Suchanfragen) oder die englischen Suchbegriffe „coats“ mit Ø 2.900  sowie „leather jacket“ mit Ø 880 Suchanfragen fallen mit geringerem Wettbewerb auf.  Ich selbst habe mir im Laufe der Jahre ein Minimum von 1.000 Suchanfragen monatlich als Limit gesetzt, bei dem ich ein Keyword als monetarisierbar einstufe.

3. Paid & Organic Search

Für die letzte Bewertung unterstützen die Kollegen aus dem Search-Bereich gerne mit Klickzahlen und Conversionrates. Paid Search liefert dabei nur exakte Daten, wenn eine Kampagne für das Key „parka“ aktiv ist. Trends lassen sich aber auch aus den aktuell aktiven Kampagnen ableiten. Ansteigende Conversionrates bei „softshelljacke“, „daunenjacke“, „winterjacke“ untermauern die Vermutung des früher beginnenden saisonalen Trends. Über Paid Search tauchte ein weiterer Hinweis auf: „softshelljacke damen“ konvertiert besser als „softshelljacke“, die Ergänzung um das Geschlecht scheint also noch relevanter zu sein. Ein ähnliches Bild zeigte sich entsprechend in den Keywordeinsprüngen aus der organischen Suche, wobei hier die Ergänzung um die Marken eine größere Rolle spielen zu scheint.