Inhouse Partnerprogramm als Netzwerkalternative

QualityClick von NetSlave

Quelle: Screenshot QualityClick von NetSlave

Im Laufe der Jahre als Affiliate-Manager auf der Merchantseite stellt man sich zwangsläufig die Frage, welchen Nutzen ein öffentliches Affiliate-Netzwerk erfüllt. Zum Start eines neuen Programms liegen die Vorteile auf der Hand. Zanox, affilinet, belboon, superclix und die anderen Netzwerkvertreter vereinigen fast 100% der aktiven Affiliates in ihren Plattformen. D.h. zum Start erreiche ich schnell nahezu alle potentiellen Partner. Werbemittel und Provisionsstufen sind über das Backend schnell eingestellt und sobald  die Setupfee beglichen sowie das Prepaid-Konto aufgeladen ist, steht der Vermarktung über zahlreiche Websites nichts entgegen. Erfahrungsgemäß kann ein einigermaßen online-affines Unternehmen das Setup in 2 Wochen realisieren. Diesen Service lassen sich die Netzwerke in der Regel mit 30% der ausgeschütteten Publisherprovision vergüten. Neben der einmaligen Setup-Fee und einer möglichen monatlichen Fee summieren sich die laufenden Kosten auf ein nettes Sümmchen. Und mit jedem Wachstumsschritt des Partnerprogramms verdient das Netzwerk mit.

Als Alternative denken immer mehr Merchants über das Setup eines Inhouse Partnerprogramms nach. Den größten Vorteil sehe ich neben den geringeren Kosten in der direkten Geschäftsbeziehung zu den Affiliates. In den öffentlichen Netzwerken besteht die Partnerschaft zwischen Netzwerk und Affiliate sowie Netzwerk und Merchant. Die Partnerschaft zwischen Merchant und Affiliate besteht indirekt über das Netzwerk und wirkt sich vor allem auf die längeren Kommunikationswege aus.

Grundlage für das Inhouse Partnerprogramm ist eine Netzwerksoftware. Zur Wahl stehen die beiden Alternativen „Software as a Service“ bzw. eine Standalone-Software. Beide Varianten bieten Vor- und Nachteile:

Software as a Service:

+ keine eigene Installataion und Hosting notwendig
– langfristige laufende Kosten

Gute Lösungen bieten QualityClick von NetSlave oder die easy Affiliate-Pakete von EASY Marketing.

Standalone-Lösung:

+ einmalige Anschaffungskosten
– eigene Installation und Hosting notwendig

Zwei gute Programme bieten affiliate to date von Data Becker (Update: wurde leider eingestellt) oder die US-Lösung Post Affiliate Pro (mit deutschem Sprachpaket).

Eine gute Partnerprogramm-Software muss die wichtigsten Anforderungen erfüllen, die ein öffentliches Netzwerk bietet:

  • Anmeldeformular mit allen relevanten Partnerdaten (z.B. Kontonummer oder Paypal-Adresse)
  • Datenditierung durch den Partner
  • E-Mail-Benachrichtigung an die Partner
  • unterschiedliche Vergütungsmodelle (PPC, PPV, CPO)
  • unterschiedliche Provisionsstufen (eventuell Kombimodelle z.B. 5,- Euro fix + 5% des Nettowarenkorbes)
  • verschiedene Tracking-Technologien (Cookie, Flashcookie, Referrer-Tracking)
  • Echtzeitstatistiken
  • Werbemittelverwaltung mit Unterscheidung diverser Werbemittelformate (jpg, gif, html, Flash, Textlinks)
  • automatisierter Abrechnungslauf mit pdf-Export
  • selbst erstellbare Trackinglinks
  • Produktdaten (csv, xml)
  • SubID-Tracking zur Trennung einzelner Trackinglinks auf Unterseiten
  • Buchhaltungsexport der Provisionsdaten
  • Schnittstelle zum Abgleich mit externen Systemen

Nicht jedes Tool kann alle Anforderungen erfüllen – aber auch nicht jeder Programmbetreiber gewichtet seine Prioritäten gleich. Bereits vor der Entscheidung für ein Inhouse-Partnerprogramm sollte man sich im Klaren darüber sein, dass ein weiteres Netzwerk höheren Verwaltungsaufwand mit sich bringt. Vor allem, wenn man sich als Advertiser künftig eine individuellere Partnerbetreuung auf die Fahnen schreiben möchte. Die Software sollte deshalb intuitiv bedienbar sein und die Usability keine allzu großen Hürden aufbauen.